Detonationen der Sanftmut

Feuilleton | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Der strikte Eklektiker und realistische Avantgardist Andreas Okopenko war ein österreichischer Solitär

Nachruf: Klaus Nüchtern

Es ist gewiss auf keinen höheren Regieeinfall zurückzuführen, aber dass Andreas Okopenkos Tod just zwischen den von Hans Dichand und Rudolph Leopold fiel, gibt doch ein sinnreiches und – wenn man für dergleichen empfänglich ist – sogar komisches Bild der Kulturgeschichte der Zweiten Republik ab.

Zwischen den beiden mächtigen Solitären, die als Kunstsammler auch Konkurrenten waren und sich in der Gewissheit der eigenen Bedeutung allenfalls in jenen Schattierungen unterschieden, die im Spektrum zwischen Dünkelhaftigkeit, Selbstherrlichkeit und gespielter Bescheidenheit zu haben sind, nimmt sich Okopenko nachgerade aus wie ein Kaninchen, das beim Zauberduell zwischen die Fronten zweier konkurrierender Meistermagier geraten ist. Ihnen hätte er dann vielleicht, sanft ironisch und um Harmonie zugleich ernsthaft bemüht, eines seiner (hier dem Anlass entsprechend


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