Junge, komm bald wieder ...

Stadtleben | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Hat der Donaukanal einen miesen Charakter? In seiner Nähe entstehen erstaunlich viele mittelmäßige Bauwerke. Die neue Schiffsstation ist zumindest nautisch voll daneben

Architekturkritik: Jan Tabor

Ist ein Gewässer in der Nähe, ist auch das Schiffsmotiv nicht weit. Dies gilt, seit Le Corbusier den modernen Ozeandampfer, zur verbindlichen Metapher der kommenden Architektur erklärt hat. „Ein ernsthafter Architekt, der als Architekt einen Ozeandampfer betrachtet, wird in diesem die Befreiung von jahrhundertealten fluchbeladenen Knechtschaften entdecken.“

Das war 1923. Seitdem plagen sich die modernen Architekten mit dem Schiffsmotiv. Zudem gilt weiters: je kleiner das Gewässer, desto größer das Schiffsmotiv. Das ist die verfluchte postmoderne Erweiterung.

Die Johann Strauss reicht da nicht. Deshalb sieht es neuerdings am Schwedenplatz in Wien aus wie im Sestiere Castello in Venedig. Dort pflegen die Superreichen ihre Luxusyachten anzulegen. Als wäre am Donaukanal gerade ebenfalls


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