„Im Prinzip ist es ein Chaosspiel“

Stadtleben | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Fußballwissenschaftler und Nachwuchsexperte Johannes Uhlig über den Zusammenhang von Nachwuchsarbeit und Schönheitsdefizit der WM

Gespräch: Johann Skocek

In der Person Johannes Uhlig vereinen sich Sport und Wissenschaft: Der Niederösterreicher, 47, trainiert Nachwuchsmannschaften – derzeit das U17-Frauennationalteam – und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien. Sein Schwerpunkt ist Fußball in Theorie und Praxis. Im Interview plädiert Uhlig für die guten alten Ballgenies – und erklärt, was Österreich besser machen müsste.

Falter: Herr Uhlig, wer wird Ihrer Meinung nach Weltmeister?

Johannes Uhlig: Deutschland, denke ich.

Den gescheiterten Brasilianern wurde mangelnde Kreativität vorgeworden. Aber wird Kreativität nicht überschätzt? Das ist eine fundamentale Sehnsucht, aber hat sie Sinn, wenn es nur um das Gewinnen geht?

Uhlig: Schon, und zwar doppelt. Wenn ich zur finalen Torchance, zum Abschluss komme, gibt es zwei Möglichkeiten.

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