Prost!

Kaffee mit Eis muss nicht zwangsläufig ein Eiskaffee sein

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Geeister Kaffee

Stadtleben | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Kalter Kaffee macht schön, sagten die Tanten immer. Entweder war das eine Ausrede, weil sie keine Lust hatten, nochmal eine Kanne Kaffee zuzubereiten – oder sie waren einfach irre geizig. Angeblich stammt dieser gemeine Schönheitstipp aus der Barockzeit. Damals waren Puder und Schminke so hitzeempfindlich, dass die angemalten feinen Damen und Herren ausschließlich kalten Kaffee zu sich nahmen – damit das Makeup nicht zerfließt.

Und jetzt ist kalter Kaffee wieder in aller Munde. Meist allerdings in Form von Eiskaffee beim Gelatiner ums Eck: gekühlter Espresso, ein paar Kugeln Vanilleeis und Schlagobers obendrauf; macht schön und dick. Die andere Kaltkaffeevariante erwartet uns im Kühlregal: in Dosen und Becherchen abgefüllte Koffeingetränke mit Milch und jeder Menge Zucker.

Auch die Coffeeshop-Ketten bieten nun wieder geeisten Kaffee an, zu haben entweder in der Vanilleeisversion oder als iced coffee. Und das ist ganz schön erfrischend. Denn erstens ist da kein Zucker mit im Spiel, und zweitens verursacht geeister Kaffee keine Hitzewallung. Bei Tchibo zum Beispiel mischen sie Espresso mit kalter Milch und geben jede Menge Eiswürfel in den Gehkaffeebecher.

Es empfiehlt sich trotzdem, ein paar Minuten zu warten, bis dieser leichte Eiskaffee so richtig durchgekühlt ist. Und natürlich kann man so was auch selbst machen, denn 2,49 Euro sind eine Menge Geld. Ein herber Genuss, über den man Gäste aufklären sollte. Das Argument „weil’s schön macht“ zählt aber nicht. cw


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