Ins Mark

Der steirische Banta

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Banta, das Wahlkampfmaskottchen der steirischen SPÖ, das am Samstag präsentiert wurde, gibt Rätsel auf: Soll das der steirische Panther sein, aber warum ist der Banta dann ein Tiger? Das holpert, genauso wie der Slogan „Den Willen in’s Land tragen...“ Macht nichts, Hauptsache, der Banta geht „voran für die Steiermark, voran für Franz Voves“, wie es im Werbefilmchen heißt.

Die Genossen sind zuletzt freilich eher für sich selbst vorgegangen, nicht für die Steiermark und schon gar nicht für Franz Voves. Angefangen hat die Grazer SP, die sich in einem erbitterten Machtkampf beinahe selbst zerstörte. Wenige Tage darauf kündigten SP-Nationalratsabgeordnete an, in einen Steuerstreik zu treten, und dann ritt auch noch Landtagspräsident Kurt Flecker heftige Angriffe gegen den Vorsitzenden. Weil Flecker nicht auf der Liste für die Landtagswahlen unterkam, kritisierte er, Voves habe „Wortbruch“ begangen, und sprach von mangelnder Intellektualität und Moral.

Er müsse lange suchen, um einen großen Eigenfehler zu finden, meinte Voves in der Vorwoche. Doch so schwierig ist das gar nicht: Sogar Grazer Genossen meinten etwa, Voves hätte in den Machtkampf in der Grazer SPÖ früher eingreifen sollen, und in der Causa Flecker hätte Voves eben keine Zusagen geben sollen, die er nicht halten konnte oder wollte. Beim Landesparteirat versuchte er nun, die Funktionäre auf den Wahlkampf einzuschwören. Doch wie sollen sie Inhalte vermitteln, wenn sie zunächst die parteiinternen Querelen erklären müssen? Das gibt Rätsel auf, ebenso wie die Krisen der letzten Wochen und zuweilen die ganze Partei. Vielleicht steht für all das der Banta.

Donja Noormofidi leitet den Politikteil im steirischen Falter


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