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Archäologie der Seele: Filme von Derek Jarman

Lexikon | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Derek Jarman (1942–1994) war Filmemacher, Autor, Maler, Set-Designer, Gärtner und zudem eine Zentralfigur der englischen Gay Community. 1986 wurde er HIV-positiv diagnostiziert. Nun wird anlässlich der internationalen Welt Aids Konferenz in Wien eine Reihe seiner bekanntesten Arbeiten wieder einmal gezeigt – von „The Angelic Conversation“ (1985) über „Caravaggio“ und „Edward II“ bis „Blue“ (1994) und dazu noch Isaac Juliens posthume Hommage „Derek“.

Als eine Archäologie der Seele verstand Derek Jarman, „Großbritanniens radikalster und politischster Filmemacher seit dem Zweiten Weltkrieg“ (Michael O’Pray), seine Filmarbeit, als künstlerischen Aufschrei gegen gesellschaftliche Marginalisierung und Unterdrückung.

„Meine Filme sind eine Botschaft der Solidarität an Menschen, denen man alles genommen hat“, bekräftigte der Filmemacher noch kurz vor seinem Tod in einem Interview. „Als ich in den 70er-Jahren meine ersten Filme drehte (‚Sebastiane‘, ‚Jubilee‘, ‚The Tempest‘ et al.), gab es keine Möglichkeit, sich ein Selbstbild als Schwuler zu machen: man sah nicht einmal im Fernsehen welche. Wie konnte man so mit sich selbst zurechtkommen?“ MO

Fr bis Do im Votiv-Kino


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