Neu im Kino

Politkino aus Mali: „Bamako“

Lexikon | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Die grundlegende Idee dieses Meisterwerks von Abderrahmane Sissako geht auf Bert Brecht und seine Maxime des „plumpen Denkens“ zurück: Wenn man dem globalen Finanzkapitalismus in der Realität schon nicht den Prozess machen kann, so muss ihn wenigstens das Kino inszenieren! Also sitzt Afrika im Hinterhof eines Hauses im malischen „Bamako“ über Weltbank und Internationalen Währungsfonds zu Gericht. Während (echte) Ankläger und Verteidiger über Sinn und vor allem Unsinn diverser Entwicklungsprogramme verhandeln, spielt sich im Publikum eine (fiktive) private Tragödie ab, die auf vielfältige Weise mit dem Prozessgeschehen korrespondiert. Rede und Gegenrede vor Gericht, die Argumente der Verteidigung und der Anklage, finden darin Resonanz. Großartiger Film! MO

Filmhaus am Spittelberg, So 18.30, Mo 21.00 (OmU)


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