Buch der Stunde

Wer Rohkost isst, bleibt schlank und dumm

Lexikon | Karin Chladek | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Der Mensch ist an gekochte Nahrung genauso gut angepasst wie Kühe an die Verdauung von Gras. Denn: Erst gekochtes Essen hat uns zu Menschen gemacht. Ohne Kochen kein Köpfchen. Das ist der Schluss, den der Harvard-Forscher Richard Wrangham aus seinen Untersuchungen über den Energiegehalt von Nahrung, den menschlichen Körperbau und soziale Strukturen zieht. Kochen als zentrale Kulturleistung des Menschen hat schon oft die Aufmerksamkeit von philosophischer Betrachtung erregt. Der Kulturanthropologe Claude Lévi-Strauss wählte rohe und gekochte Nahrung als Metapher für den Gegensatz zwischen Natur und Kultur, zwischen Tier und Mensch. Der wesentliche Unterschied, so nahm man bisher an, sei psychologischer Natur, denn schließlich müssten Menschen ihre Nahrung ja nicht kochen, sie könnten sie ebenso wie Tiere roh verzehren.

Dem widerspricht Wrangham energisch. Er geht davon aus, dass das Kochen uns im wortwörtlichen Sinn geformt hat. Unser großes Gehirn, unsere schwachen Kiefer und


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige