Seinesgleichen geschieht

Die Verstrasserung und Vergrasserung Österreichs ist unumkehrbar

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher

Falter & Meinung, FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Machen wir einmal Medienpause (keine Angst, wir setzen unsere kleine Serie schon fort). Erinnern Sie sich an die Normalisierer? Alles Hysterie, pflegten sie zu rufen, als ein paar hunderttausend Entsetzte auf die Straße gingen, um gegen die Regierung Schüssel I zu protestieren. Alles normal, hielten sie den nervös gewordenen 14 EU-Staaten entgegen, die mit Sanktionen auf den Regierungseintritt der Haiderpartei reagierten. Alles unter Kontrolle, beruhigten sie Leute, denen angesichts des neuen Personals, das an die Macht gelangte, schwummerig wurde.

Man fragte sich, ob man nicht überreagierte. Ausländische Reporter mussten beschwichtigt werden, nein, keine braunen Kolonnen auf den Straßen. Nazisprüche wurden geschwungen, nein, die hatten schon etwas zu bedeuten, aber nur die Verschiebung der Gewichte, nicht die Machtübernahme. Es waren Begleiterscheinungen eines Rechtsrucks, beruhigte man sich.

Eine Ära war zu Ende gegangen, dreißig Jahre sozialistische und sozialdemokratische Kanzler,

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