Aids? Wir kümmern uns lieber ums Buffet

Falter & Meinung | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Unsere Politiker inszenieren sich als Kämpfer gegen Aids. Und drücken sich vor ihrem internationalen Beitrag

Kommentar: Sybille Hamann

Wüsste man nichts über die pharmakologischen Details, über Proteasehemmer und all die anderen Wirkstoffe, man könnte, was derzeit in tausenden Kliniken der Dritten Welt passiert, für ein Wunder halten.

Vor zehn Jahren noch waren Ärzte und Ärztinnen in den Epizentren der Aids-Epidemie dazu verdammt, das Siechtum zu verwalten und dem Sterben zuzuschauen. Wenn sich ein ausgemergelter Patient bei der Tür hereinschleppte, konnten sie höchstens seine akute Tuberkulose behandeln. Und darauf warten, dass derselbe Patient ein paar Monate später, noch schwächer, noch dünner, mit einer noch heftigeren Tuberkulose wiederkommen würde.

Heute kommen die Patienten aufrecht bei der Tür herein. Sie holen ihre Ration Medikamente ab, ein, zwei Tabletten für jeden Tag, plaudern ein bisschen und gehen wieder. HIV-positiv sind sie immer noch. Aber kräftig und gesund.


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