Am Apparat

Haben Sie schon griechische Inseln verkauft, Frau Perdikari?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Griechenland in der Krise – das regt offenbar zu seltsamen Rettungsideen an: Deutsche Politiker schlugen etwa bereits im März vor, die griechische Regierung solle doch ein paar Inseln verkaufen, um so Geld für die Staatskassen zu lukrieren. Der Guardian schreibt jetzt, dass Griechenland tatsächlich Teile von Mykonos verkaufen wolle. Kann es sein, dass der Staat Teile des Landes zum Verkauf anbietet? Der Falter sprach mit Angelika Perdikari, Leiterin des Pressebüros der griechischen Botschaft in Wien.

Denkt Griechenland an den Verkauf von Inseln, um das Budget zu sanieren?

Nein. Das ist nur aufgekommen, weil es in einer britischen Zeitung besprochen wurde. Da war von einer ganz bestimmten Insel im Ionischen Meer die Rede, die allerdings schon in Privathand ist und deren Besitzer sie verkaufen will. Da mischt sich der Staat nicht ein, weil es um Privatbesitz geht. Inseln, die im staatlichen Besitz sind, stehen jedenfalls nicht zum Verkauf.

Was ist mit den unbewohnten Inseln, von denen in Medien die Rede ist?

Da geht es nicht um den Verkauf, sondern um Menschen, die gewillt wären, in diese Inseln zu investieren. Man würde für einen gewissen Zeitraum die Inseln vermieten. Der kann auch länger sein, nicht nur ein paar Jahre, damit es sich für den Investor lohnt. Aber die Inseln würden nicht in den Privatbesitz der Investoren gelangen. Die Investoren könnten zum Beispiel Hotels eröffnen und die Inseln zu Tourismusgebieten machen. Die Vermietung würde über eine staatliche Stelle laufen. Es geht dabei um Inseln, die nicht entwickelt sind, also um unbewohnte Inseln. Wir haben aber bis jetzt keinen solchen Fall.

Wie viel könnte der Staat damit einnehmen?

Das kommt auf die Insel an.

Wie ernst ist es Ihnen mit der Vermietung von Inseln?

Das ist durchaus ernst gemeint, aber noch nicht konkretisiert.

Interview: Vera Bandion


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