Das Sündenregister: was von Ernst Strassers Zeit als Innenminister (2000–2004) in Erinnerung bleibt

Politik | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Im Winter 2002, kurz vor der Nationalratswahl, ließ der damalige Innenminister Ernst Strasser per Weisung Asylwerber bestimmter Nationalitäten, etwa aus dem Kosovo oder aus Nigeria, auf die Straße setzen. Hunderte Menschen, darunter Schwangere, Familien mit Babys, Alte und Kranke, waren von einem Tag auf den anderen obdachlos. Bei den Wählern kam der Hardliner Strasser damit gut an: Die ÖVP erreichte damals 42,3 Prozent der Stimmen.

Weil Hilfsorganisationen nach Strassers Empfinden zu wenige Asylsuchende zu einer Rückkehr ins Heimatland überredeten, engagierte er im Jahr 2002 den Konzern European Homecare und übertrug ihm die Asylwerberlager Traiskirchen und Thalham. Ein Jahr später entzog Strasser den Hilfsorganisationen auch die Schubhaftbetreuung, was Caritas und Volkshilfe als „Strafexpedition gegen kritische NGOs“ bezeichneten. Vorige Woche hat European Homecare den Vertrag gekündigt. Wegen sinkender Asylwerberzahlen bringe der Job zu wenig Geld.

Als der Afrikaner Cheibani


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