Kritzeln, Zündeln, Flüchten

Politik | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Drohbriefe, Hakenkreuze, Brandanschläge: Im Zuwandererheim am Wiener Franz-Jonas-Platz geht die Angst um

Text: Vera Bandion, Matthias G. Bernold

Noch sind die Spuren nicht verwischt. Auch Tage nach dem Anschlag hängt Brandgeruch im Stiegenhaus. Die Säule in der Eingangshalle ist vom Feuer geschwärzt. Hinter dem ersten dünnen Anstrich, den der Hausmeister dem Stiegenhaus am nächsten Morgen verpasst hat, schimmern dunkel die Hakenkreuze durch. Und vor dem Apartmenthaus krümmt sich ein rotgrünes Gebilde aus verschmortem Plastik, das bis vor kurzem noch ein Altpapiercontainer war.

In dem Apartmenthaus für Zuwanderer aus den Bundesländern und aus dem Ausland in der Linken Nordbahngasse in der Nähe des Franz-Jonas-Platzes geht die Angst um. Nach Hakenkreuz- und Anti-AusländerSchmierereien, nach einer rassistischen Todesdrohung gegen einen türkischen Studenten steckten in der Nacht auf Mittwoch unbekannte Täter einen Altpapiercontainer im Hausflur in Brand. So dicht füllten die Rauchschwaden

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