Technik

Wer bestimmt, dass Handys rechteckig sein müssen?

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Prüfbericht: Thomas Vašek

Innovatives Produktdesign kann so einfach sein. Manchmal muss man sich nur trauen, herrschende Konventionen zu durchbrechen. Bislang waren zum Beispiel Handys rechteckig. Als gäbe es irgendwo ein physikalisches Gesetz, das diese Form für Mobiltelefone zwingend vorschreiben würde – so wie Räder eben zwingend rund sein müssen. Warum nicht mal ein Quadrat?, dachten sich die Designer bei Motorola. Herausgekommen ist das witzige Motorola Flipout.

Es besteht aus zwei quadratischen Ebenen, Display und Tastatur, die an einem einzigen Gelenk wie ein Fächer auseinandergeklappt werden. Das hat schon mal einen gewissen Spaßfaktor. Der eigentliche Witz liegt aber darin, dass die Quadratform trotz des handlichen Formats eine wundersame Vergrößerung der Tastatur ermöglicht. So haben die Designer sogar eine eigene Ziffernzeile untergebracht, ein Segen für viele SMS-Junkies. Überhaupt glänzt das Android-Handy mit einigen vernünftigen Features für die Netzgeneration, von WLAN und Bluetooth bis zur hauseigenen Oberfläche Motoblur, die Updates aus diversen sozialen Netzwerken bündelt. Für den gemäßigten Preis von 350 Euro ohne Vertrag gibt es außerdem noch vier Austauschcovers in flippigen Farben. Natürlich alle quadratisch.

Für etwaige Nachfolgemodelle sei auf den Formenreichtum der Geometrie hingewiesen. Ein Handy in der Form eines rechtwinkligen Dreiecks zum Beispiel hätte bestimmt auch einen gewissen Charme – Modellname: Pythagoras.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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