Nüchtern betrachtet

Die Sonnensau sengte, wir sotten die Suppe

Feuilleton | aus FALTER 28/10 vom 14.07.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Über das dramatische und dramaturgische Potenzial heißer Sommernächte (heißen die dann eigentlich „Hundsnächte“?) weiß man aus „Rear Window“ Bescheid: Die einen übernachten am Balkon, die anderen richten Diners mit imaginären Gästen aus, und wiederum andere zerstückeln ihre Frau. Das ist in unterschiedlichem Ausmaße alles gaga und besorgniserregend, aber die meisten Menschen vertragen Hitze einfach nicht besonders gut. In unserem gemeinsamen Haushalt hat meine Frau das Hitzemanagement an sich gerissen. Es besteht darin, die Rollos runterzuziehen, alle Fenster zu schließen, sobald die Sonne in eins der Zimmer scheint, und daran auch nichts mehr zu ändern, solange sie (die Sonne) das tut (scheinen). Ob die Absenkung der Temperatur, die man dadurch gerüchtweise erreicht, durch den Umstand, dass man jetzt bei Kunstlicht frühstücken muss, nicht neutralisiert wird, sei dahingestellt.


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