Kolumne

Italiens neuer Sumpf: Mafia, Korruption und Geheimlogen

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Italien versinkt gerade in einem Sumpf, der an den Zusammenbruch der Ersten Republik in den 90er-Jahren erinnert, als die Staatsanwälte von Mani Pulite das korrupte Parteiensystem der Nachkriegsrepublik zu Fall brachten.

Gegen 3000 Politiker, Unternehmer, Richter, Staatsbeamte wurde damals ermittelt, 1254 von ihnen wurden verurteilt, die alten Parteien lösten sich auf, und in Ermangelung seiner bisherigen politischen Paten zog der Medienunternehmer Silvio Berlusconi selbst ins Feld, wie er sagte. Antonio Di Pietro, der eine zentrale Rolle in den Ermittlungen spielte und jetzt eine kleine Partei im Parlament anführt, sieht heute eine ganz ähnliche Situation. Mit einem alarmierenden Unterschied: Die italienischen Bürger empören sich gar nicht mehr, im Gegenteil – bei Neuwahlen hätte Berlusconis Koalition gute Chancen, erneut gewählt zu werden. So abgestumpft sei Italiens demokratisches Empfinden durch Berlusconis überhebliche, autoritäre Machtausübung.

Ein anderer Name, der ebenfalls


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