Am Apparat

War die Watsche für Armin Assinger gerecht, Herr Hager?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Dass Autofahrer und Radfahrer aneinandergeraten, ist nichts Ungewöhnliches. Selten aber schaffen es die Streitigkeiten in die Schlagzeilen. Außer es erwischt einen Prominenten wie Armin Assinger, der am Wochenende von einem ausrastenden Autotouristen aus Holland ins Gesicht geschlagen wurde. Grund: Er hatte sich von Assinger provoziert gefühlt, weil der ihn nach riskantem Überholmanöver mit dem Stinkefinger bedachte. Alec Hager, Obmann der IG Fahrrad und Mitveranstalter der Wiener Critical-Mass-Demos, berichtet, wie es zu derartigen Exzessen kommt.

Herr Hager, wie viel Rad fahren Sie?

Alle Wege, ganzjährig.

Und wie oft bringen Sie Ihren Stinkefinger zum Einsatz?

Es gelingt mir inzwischen eigentlich immer, diesen Impuls zu unterdrücken. Stattdessen suche ich das konstruktive Gespräch.

Im Ernst?

Ja, Sie glauben das vielleicht nicht, aber das funktioniert sehr gut.

Dennoch kommt es zwischen Auto- und Radfahrern zu Handgreiflichkeiten. Zuletzt hat es Armin Assinger erwischt.

Ich sehe das eigentlich als reines Autofahrerproblem. Im Englischen auch als road rage bekannt. Die Autofahrer steigen in die Blechkiste und zucken aus. Die Aggression richtet sich dann nicht nur gegen Radfahrer, sondern gegen jeden, der sie daran hindert, das „Recht der Freifahrt des Stärkeren“ auszuüben.

Wie sollten sich Radfahrer verhalten, um nicht unter die Räder zu kommen?

Wir empfehlen Radfahrern, sich den Raum zu nehmen, den sie brauchen. Dazu gehört, dass man nicht an der rechten Seite pickt und bei jeder Autotür, die plötzlich aufgeht, um sein Leben zittern muss. Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass man zum rechten Rand einen Meter Abstand halten sollte.

Ärgert das die Autofahrer nicht noch mehr, wenn die Radler so weit in der Mitte fahren?

Mag sein. Aber zu Unrecht.

Interview: M.G. Bernold


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