Das Judentum – eine deutsche Erfindung?

Politik | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Für den Bestseller Die Erfindung des jüdischen Volkes wurde der israelische Historiker Shlomo Sand heftig kritisiert – und bejubelt

Rezension: Erich Klein

Der israelische Historiker Shlomo Sand hat mit „Die Erfindung des jüdischen Volkes“ einen Verkaufsschlager geschrieben, der in Israel monatelang auf den Bestsellerlisten stand. In seiner Heimat löste das Buch ebenso heftige Debatten aus wie in Frankreich, England oder den USA. Seine Kritiker beschimpften ihn als „Israelhasser“. Von linken Intellektuellen wie Eric Hobsbawm, Tony Judt oder Terry Eagleton wurde die Dekonstruktion des Zionismus heftig bejubelt.

Schon das Motto der 500-seitigen, ziemlich flüssig geschriebenen Abhandlung birgt Sprengstoff: „In Erinnerung an alle Flüchtlinge, die dieses Land erreichten, und an all jene, die es verlassen mussten.“ Damit ist auch die Biografie des Verfassers angesprochen: Shlomo Sand wurde 1946 als Kind polnischer Juden in einem Flüchtlingslager bei Linz geboren, die Familie


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