Mediaforschung

Tatatata – Warum tanzt Familie Putz im Sitzen, Herr Demner?

Nachfragekolumne

Medien | Martina Powell | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Da sind sie wieder: Oma Putz (in Neubesetzung, weil die 89-jährige Trude Fukar aus gesundheitlichen Gründen ausschied), Papa Max, Mama Linda, Putzi Putz und Ixi singen, winken mit den Händen und schunkeln Sirtaki. Die Botschaft der XXXLutz TV-Kampagne: Das Ausverkaufsangebot beim Möbelhaus ist so groß und der Preis so klein, da brauchen die fünf nur einmal wegsehen und schon sind Tisch, Bett und Kasten weg. Ausgedacht haben sich den Ohrwurm mit dem einfachen Refrain („Tatatata“) die Kreativlinge von Demner, Merlicek und Bergmann, die seit mehr als zehn Jahren die fiktive Werbefamilie auf die Zuseher loslassen.

Von Beginn an polarisierten die Putzs, das weiß auch Agenturchef Mariusz Jan Demner. Beim jüngsten Spot allerdings, der häufig auch in den Werbepausen der Fußball-WM zu sehen war, hat man das Gefühl, dass man mit dem eingängig-nervigen Refrain den werblichen „Wiedererkennungseffekt“ auf die Spitze treiben wollte. Genau das „Tatata“ sei aber das Besondere an dem Werbefilm, sagt Demner. „Vor allem Kinder wollen da mitmachen. Im Wohnzimmer verstärkt sich dann die Schallfrequenz, weil auf einmal nicht nur die Familie im Fernsehen singt.“ Zudem sei das Tanzen im Sitzen werbetechnisch klug, weil die Protagonisten im Spot dem Möbel nahe sind. „In den XXXLutz-Häusern erlebt man, dass Verkäufer und Kassenpersonal auf die ‚Tatata‘-Preise direkt angesprochen werden“, erklärt Demner.

Einen ähnlichen Spot produzierte die Agentur auch auf Tschechisch: Auf dem Videoportal YouTube wurde der Clip nach einer Woche bereits rund 180.000-mal aufgerufen. Eine Parodie des Spots auf derselben Plattform brachte es immerhin auf 30.000 Klicks. Dort wird das „Tatatata“ übrigens mit Bildern von Maschinengewehrsalven begleitet.


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