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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Es ist wie in der alten Schnulze: „Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert.“ Circa tausendmal ist mir mein iPhone auf den Boden gefallen, einmal sogar die Treppe hinunter. Und nix ist passiert. Jetzt war das tausendunderste Mal. Das Display ist kaputt. Nach der Konfrontation mit dem Asphalt ist es in etliche Einzelteile zersprungen, wie bei einer eingedroschenen Autoscheibe. Als ich den Schaden sah, ist mein Herz ebenfalls zersprungen. In tausend Einzelteile. Plötzlich lag mein ständiger Begleiter verletzt und entstellt am Boden. Tiefe Furchen ziehen sich seither durch sein einst so hübsches Antlitz. Schuld daran bin nur ich, die ich das Handy fallen gelassen habe. Warum hat eigentlich noch niemand über diesen Schmerz ein Lied geschrieben? Wie es sich anfühlt, wenn das geliebte Gerät kaputt wird? Ich hätte schon ein paar Titel parat: „Ich will nur mit dir (ins Internet)“, „Sag, dass du noch eine E-Mail für mich hast“. Und freilich als Coverversion „Tausendmal vibriert, tausendmal ist nix passiert“.


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