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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Die Titelzeile holpert: „Glaube nicht, worüber man dir verbietet zu reden“, steht am Cover des Bücherdienstes von Zur Zeit, der Zeitschrift des EU-Abgeordneten Andreas Mölzer (FPÖ). Was man glauben oder nicht glauben soll, wird beim Durchblättern des Katalogs schnell klar. Da gibt es ein Buch über Hitlers „Errungenschaften“ wie „Hörspiel“, „Naturschutz“ oder „Winterschlussverkauf“. Der britische Holocaustleugner David Irving schreibt über seine „Erlebnisse und Gedanken in Österreichs Kerkern“. Ein anderer erklärt, wie Hitler uns vor der kommunistischen Weltrevolution rettete. Auch Publikationen der „Gesellschaft für freie Publizistik“, laut deutschem Verfassungsschutz „die größte rechtsextremistische Kulturvereinigung“, hat Zur Zeit im Repertoire. Musikalisch begleitet wird die Lesereise von „Originalaufnahmen der Leibstandarte Adolf Hitler“ oder „es singen die Veteranen der Waffen-SS“. Zur Zeit bekommt im Jahr 2010 übrigens 46.830,90 Euro Presseförderung vom Staat.


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