Rettung für die Blumenpracht der barocken Grufties

Feuilleton | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Aus der Michaelergruft wurden die ersten 50 von 250 kunsthistorisch wertvollen Särge zur Restaurierung abgeholt

Reportage: Nicole Scheyerer

Es sind freundliche Totenschädel, die die barock bemalten Särge schmücken. Keine grimmig leeren Augenhöhlen mahnen zum Memento Mori, vielmehr umspielen Blumendekor, Sanduhren und Kreuze die kahlen Gebeine. Für die Fotografen posiert der Restaurator kniend neben dem Sarg des berühmtesten Toten der Gruft: Der Dichter Pietro Metastasio erhielt 1782 ein Begräbnis erster Klasse, Einbalsamierung inklusive. Anstelle des Originalsarges werden die Touristen in den nächsten Monaten ein Duplikat besichtigen.

Er könne immer wieder erleben, dass der Gruftbesuch eine „therapeutische Wirkung“ habe, erzählt der Pfarrer von St. Michael, Peter van Meijl. Er meint damit eine gewisse Versöhnung mit der Endlichkeit, die sich beim Anblick der Särge, Knochen und Mumien einstellen würde.

Solange die Restauratoren des Denkmalschutzes die recht einfach gezimmerten

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