Panik in der Kuschelecke

Feuilleton | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Mit „Toy Story 3“ ist die vielleicht beste Filmtrilogie aller Zeiten komplett und der Mythos vom „Kindergenre“ Animationsfilm endgültig widerlegt

Essay: Klaus Nüchtern

Der Surrealismus ist im Kinderzimmer längst schon heimisch geworden und hat dort mittlerweile bizarrere Begegnungen zu bieten als das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch, mit dem der Comte de Lautréamont seinen dichtenden und malenden Landsleuten eine Steilvorlage für die Poesie kollidierender Bilderwelten lieferte.

Ein verbrecherischer Kartoffelkopf und ein Cowgirl, die sich einen wüsten Schusswechsel auf einem fahrenden Zug liefern, neben dem eine mit Marsmenschen besetzte pinkfarbene Corvette durchs Monument Valley braust – das ist noch nicht da gewesen. Ganz zu schweigen vom finalen Showdown, das einen Dinosaurier, einen Hund mit megastarkem Kraftfeld, ein Raumschiff in Gestalt eines gigantischen Schweins und eine Atombombe voller Affen miteinander konfrontiert.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige