Nora, Fanta und Khady kämpfen um ihre Würde

Feuilleton | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Die von der französischen Immigrationspolitik angewiderte Marie NDiaye legt mit „Drei starke Frauen“ einen starken Roman vor

Buchkritik: Sigrid Löffler

Aus Protest gegen Nicolas Sarkozys unduldsame Immigrationspolitik („Wegkärchern!“) hat sie nach dessen Wahl zum Präsidenten 2007 Frankreich verlassen und ist nach Berlin gezogen: Marie NDiaye, die 43-jährige Autorin mit französischer Mutter und senegalesischem Vater. Als ihr im November 2009 für ihren Roman „Drei starke Frauen“ der Prix Goncourt zugesprochen wurde, erhielt sie die Quittung aus Sarkozys Lager: ohne Widerruf keine Preisverleihung, forderte die Präsidentenpartei. NDiaye blieb bei ihrer Kritik an Sarkozy und nahm den Preis trotzdem in Empfang. Auch sie eine starke Frau.

Streng genommen handelt es sich bei „Drei starke Frauen“ weniger um einen Roman als vielmehr um drei separate Erzählungen, die nur über ihre Protagonisten lose miteinander verknüpft sind. Die geografischen Bezugspunkte sind Dakar in Senegal


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