Ärzte ohne Grenzen und die Grenzen der Ärzte

Feuilleton | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Der Arzt, Diplomat und Autor Jean-Christophe Rufin wirft einen illusionslosen Blick auf die Standesrituale seiner Profession

Buchkritik: Julia Kospach

Manche Leben verlaufen in einem schnelleren, atemlosen Rhythmus. Jean-Christophe Rufin führt so ein Leben. Er selbst nennt es „ein langes, ruheloses Umherschweifen“ und stellt es durchaus nicht als Aneinanderreihung glorreicher Siege dar. Auch wenn es von außen betrachtet ganz so aussieht: Arzt und Psychiater, Politologe, Vizepräsident von „Ärzte ohne Grenzen“, Diplomat und Regierungsberater in Brasilien, Bosnien und Ruanda, schließlich Romanautor und Gewinner des Prix Goncourt, daneben Chefarzt, Präsident von „Aktion gegen den Hunger“ und nunmehr Botschafter Frankreichs im Senegal.

Das klingt nach kontinuierlichem Aufstieg und geradliniger Karriere. Das Gegenteil ist der Fall. Zumindest aus Rufins eigener Sicht, die er in seinem neuen Buch, „Im Rücken ein Leopard“, darlegt, in dem er seine Lebensgeschichte erzählt.

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