Im Schatten der Tuba

Steiermark | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Das größte Blasmusikfestival Europas fand weitgehend unbemerkt in Schladming statt

Reportage: Michael Thurm

Gedämpft klingen die schiefen Töne einer südböhmischen Polka durch das Hotel. Der tiefe Klang der Tuba gehört zu Christian Braun, der aus Bayern kommt und eigentlich Musikinstrumente verkauft. Aber wegen der unerträglichen Hitze verirrt sich kaum jemand zu ihm, und so sitzt er auf der dunklen Kegelbahn des Hotels und probt. „Hier stört’s niemanden“, sagt Braun, der in einer der wenigen Hobbykapellen spielt, die beim größten Blasmusikfestival Europas auftreten. Über 2500 Musiker kommen jährlich zum Mid Europe nach Schladming, und trotzdem weiß kaum jemand außerhalb der Blasmusikszene, dass dieses Festival existiert.

Der Dirigent Johann Mösenbichler ist heuer das zehnte Mal als Organisator und künstlerischer Leiter aktiv und kennt den Grund dafür: „Blasmusik gilt bei vielen als minderwertig.“ Dabei hat sie längst auch in der E-Musik und an den Universitäten


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