Kritik

Da Teifi ohne Scheiß: Franzobel am Hof

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Nach seiner Goldoni-Bearbeitung im letzten Jahr („Der Impressario von Schmierna“) vergreift sich Franzobel nun an Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Ein echter Glücksgriff – für ihn. Publikum und Lustspielhaus-Prinzipal Adi Hirschal lieben die Zoten und müden Kalauer. Die Aktualisierung des misogynen Klassikers reicht trotzdem nicht einmal an „König Drosselbart“ heran, auch wenn der Frauenanteil sich vervielfacht hat. Dennoch, die Umtextung von Schlagern (statt „Rum & Coca Cola“ serviert man „an Mann und Hulahula“, aus „Devil in Disguise“ wird „da Teifi ohne Scheiß“) ist tatsächlich unterhaltsam, und fürs Sommertheater reichen die Sangeskünste gerade mal so. Vorsicht, Hitzewarnung: Im Lustspielhaus gibt’s nicht einmal Ventilatoren!

Wiener Lustspielhaus, Fr, Sa, So, Do 20.00 (bis 5.9.)


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