Tipps Pop

Isländische Schwermut, plötzlich ganz fidel

Lexikon | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Irgendwann, es war vor Jahren, da dachte man, Sigur Rós sei die dünnhäutigste und schwermütigste Band der Welt. Niemand ließ die alte Tante Postrock melancholischer tönen als die Isländer, nirgendwo ging es zauberhafter und feinfühliger zu als beim entrückten Falsettsänger Jón Thor Birgisson alias Jónsi und seiner Band. Nach einiger Zeit stellte sich heraus: Sigur Rós sind doch keine Mensch gewordenen Elfenwesen mit der Empfindsamkeit einer Prinzessin auf der Erbse, sondern durchaus lustige Gesellen! Gerade auf der Bühne fiel die Band ja weniger durch Introvertiertheit als vielmehr durch die Lust am großen Theater auf. Sigur Rós haben sich eine kleine Auszeit verordnet, die Jónsi jetzt nutzt, um mit seinem schwelgerischen und beinahe schon unverschämt gut gelaunten Bombastpop-Solodebüt „Go“ die Welt zu bereisen. GS

Arena, Sa 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige