Musiktheater Kritik

Froschkönig: Die Fledermaus an der Wien

Lexikon | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Dekadenz und Eskapismus: Philipp Himmelmann zieht die Parallele zwischen Donaumonarchie und aktueller Krise und zeigt Johann Strauß’ „Die Fledermaus“ als ewigen, freudlosen Opernball im Theater an der Wien. Dass die Handlung manchmal holpert, stört nicht weiter – zu überzeugend ist der Abend inszeniert: mit witzigen Zeitlupeneffekten, grotesken Einlagen und einem Ensemble, das zum Großteil sängerisch, aber rundum darstellerisch überzeugt (Kurt Streit, Nicola Beller Carbone, Juanita Lascarro, Florian Boesch u.a.). Cornelius Meister leitet das RSO Wien agil durch Schwung und Verzögerung – und hat eine Überraschung parat: Die witzelnde Einlage des Frosch fällt aus, dafür gibt’s zur meist gestrichenen Original-Ballettmusik einen getanzten „Froschkönig“. CF

Theater an der Wien, Do, So, Di 19.30 Uhr (bis 8.8.)


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