Neu im Kino

Endlich spießig: Cruise & Diaz in „Knight and Day“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Du kommst nach Österreich, platzierst dich in örtlicher Traditionskultur, denkst, du kannst hier bleiben, und plötzlich rennt dir Polizei in Uniform und Zivil die Tür ein, um dich außer Landes zu schaffen. Das passiert in jener Sequenz von „Knight and Day“, die James Mangold voriges Jahr mit Tom Cruise und Cameron Diaz in der Salzburger Altstadt gedreht hat: ein schönes Umspringbild vom Fremdenverkehrs- zum Fremdenhassland in barockem Rahmen.

Alles andere an dieser Agenten-Actionkomödie ist eindimensional. Ein Weltreisenplot (Städtemarketing von Boston, Mozartstadt und Sevilla) serviert uns Zufallspärchen-auf-der-Flucht-Komik mit unverkennbaren Vorbildern: Jedoch – anstelle von Genderneurotikperformance wie in Screwball-Comedies oder von pervertierten Bindungsritualen wie bei Hitchcock – wird hier bloß endlos gemolken, dass die zwei so verschieden sind wie Herr Agent und Frau Alltag oder wie Nacht und Tag. (He, so heißt der Film! Na, das ist ja durchdacht!)

Der Slapstick plätschert, die Running Gags sind schon beim ersten Mal lau, Peter Sarsgaard wird verschenkt, und Tom Cruise gibt nun – nach all den schrägen, zumindest prätentiösen Rollen der letzten zehn Jahre – den spießigen Strahleheld, als der er immer (meist fälschlich) hingestellt wurde. Ewig schad. Der Mann endet noch als der David Hasselhoff der 2020er-Jahre. Dann kann er ständig nach Österreich kommen und Einkaufszentren einweihen.

Ab Fr in den Kinos (OF im Burg und Haydn)


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