Buch der Stunde

Selbstporträt mit Pizza in alpiner Landschaft

Sebastian Fasthuber | Lexikon | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Martin Prinz (Jg. 1973) hat zwei sehr gute Romane („Der Räuber“, „Ein Paar“) und eine nicht so gelungene Erzählung („Puppenstille“) geschrieben. Mit dem Reisebericht „Über die Alpen“ gesellt sich nun ein weitgehend gelungenes Buch dazu, das nur unter einem, allerdings nicht ganz unmaßgeblichen Mangel laboriert: Dieser Bericht ist zu weitschweifig. Während der Ausdauersportler Prinz, der als Jugendlicher Langläufer war, mit seinen fiktionalen Werken bislang stets unter der 200-Seiten-Marke blieb, umfasst „Über die Alpen“ nicht weniger als 460 Seiten. Es scheint, als würde fast jedes Detail des unterwegs Erlebten und Beobachteten auserzählt und oft noch zusätzlich erklärt.

Der Leser tritt mit Prinz also eine lange Wanderung an, die sich jedoch lohnt. Und der Text besteht eigentlich aus drei Texten: Zunächst kann man ihn als Erfahrungsbericht von einem an die Substanz gehenden 2500-Kilometer-Fußmarsch auf dem „Roten Weg“ der Via Alpina lesen. Sympathischerweise

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