Ein singender Altmeister noch mal groß auf Tour

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 29/10 vom 21.07.2010

Leonhard Cohen beehrt die Grazer Stadthalle

Es wirkt, als ob er seit jeher ein fixer Bestandteil des internationalen Popgeschehens war. Vor bereits vierzig Jahren trat er das erste Mal groß in Österreich auf. Einige seiner Welthits wie „Suzanne", „Hallelujah" oder „First We Take Manhattan" haben eine erstaunlich große Zahl an Musikern zu Coverversionen verleitet.

Dabei wollte der gebürtige Kanadier Leonard cohen zunächst nur Schriftsteller werden. In den späten Fünfziger- und frühen Sechzigerjahren brachte er einige Gedichtbände und sogar zwei Romane heraus. Doch mit einer Übersiedlung nach New York startete er eine atemberaubende Karriere als gitarrenspielender Singer-Songwriter, die seit seinem ersten Album „Songs of Leonard Cohen" 1968 nie mehr abbrach. Schwer romantische Texte, die sich vielfach um zwischenmenschliche Beziehungen drehen, sorgten bei weiblichen Fans für großen Zuspruch. Aber auch Männer konnten sich stets mit ihm als sensiblem Macho identifizieren. Hinzu kam zuletzt auch ein Hauch von Mystik, den Cohen aus einem zen-buddhistischen Kloster mit auf die Bühne brachte. Und ein wenig Finanznot: Medienberichten zufolge hatte der Verlust seiner Ersparnisse, das Ergebnis von Malversationen, 2008 zu seiner damaligen großen Welttournee geführt.

Derzeit beehrt Cohen wieder einmal Mitteleuropa, nach Zagreb und Salzburg wird er auch in Graz spielen. Und womöglich ist dies gar eine der letzten Gelegenheiten, den Altmeister hierzulande live zu erleben. Denn er ist nicht mehr der Jüngste: Im September feiert er bereits seinen 76. Geburtstag.

Stadthalle Graz, Mi 20.00


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