Noch im Kino

"Eclipse“ – Beißen verboten, bitte warten!

Lexikon | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

True Love Waits“ heißt eine gruselige christliche Bewegung, die an US-Schulen voreheliche Enthaltsamkeit propagiert. Mehr mit dem Warten als mit dem Gruseln hat es "Eclipse“ (zu deutsch: "Biss zum Abendrot“), die Adaption des dritten Romans aus Stephenie Meyers Fantasysaga "Twilight“. Die jugendliche Bella (gut wie immer: Kristen Stewart) giert danach, von ihrem Vampir-Lover Edward (Robert Pattinson) endlich gebissen zu werden, aber der will vorher ihr Ja-Wort. Dass wahre Liebe wartet, gilt auch für die "Twilight“-Fans, die Filmstart für Filmstart entgegenfiebern, um im Kino erst recht mit permanenter Verzögerung bei der Stange gehalten zu werden.

Den big tease zelebriert "Eclipse“ ähnlich provokant wie schon Teil zwei, "New Moon“: Das Hormon-Dreieck zwischen Edward, Bella und dem Werwolf-Nebenbuhler Jacob (Taylor Lautner) wird in wechselnden Konstellationen zerredet, ohne sich je zu verschieben. Dazwischen schreiben Rückblenden die US-Geschichte nicht unlustig vampirisch um, und Regisseur David Slade lässt die Actionszenen flott vorbeiziehen. Vom unkomplizierten Charme des ersten "Twilight“-Films ist aber gar nichts mehr übrig. JS Weiterhin in den Kinos (OF im Artis und Haydn)


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