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Lexikon | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Kurz besprochen:Der Wilde Osten – Krimis aus Österreich

Vergangenes Wien

Andreas Pittler. Chuzpe. Echomedia, 296 S., € 9,90

Frauen prügeln sich auf der Straße um einen Laib Brot; ein Huhn kostet einen ganzen Gulden (das Zwölffache des bisherigen Preises), und Major David Bronstein kann sich nicht erinnern, wann er zuletzt Fleisch geschmeckt hat. "Ein Staat, der seine Bevölkerung nicht ernähren konnte, der hatte keine Berechtigung“, heißt es im dritten Teil von Andreas Pittlers Bronstein-Saga, in der diesmal die Geschichte der Ersten Republik aufgerollt wird und Bronstein den Mord an einer jungen Frau aus Margareten zu klären versucht.

Gekonnt verwebt Pittler die Krimihandlung mit den Vorkommnissen des Novembers 1918, als der Staat in einer Identitätskrise steckte und die Bevölkerung Hunger litt. Hinzu kommen Turbulenzen im Privatleben: Bronstein hat eine neue Liebe, sein Vater liegt im Sterben. Zügig und ohne große Umschweife führt Pittler durch das Wien des frühen 20. Jahrhunderts:


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