Seinesgleichen geschieht

Wikileaks, Afghanistan und die Aufklärung im digitalen Zeitalter

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Der Journalismus ist nicht tot, er riecht nur etwas seltsam. Manchmal könnte man meinen, er existiert nur noch als Golem der PR-Industrie, als riesiges Scheinunternehmen, um zu verdecken, dass er seine Funktion längst nicht mehr erfüllt. Spindoctoren haben ihm die politischen Zähne gezogen, Manager haben ihn entkernt, die Werbung hat ihn zu einer Aufmerksamkeitsmaschine degradiert, durch Digitalisierung und Globalisierung sind die Kriterien seines Gewerbes völlig entwertet worden. In den USA sterben die Qualitätsblätter, bei uns stehen sie mit dem Rücken zur Wand. Einzig der Boulevardjournalismus überlebt, vorzugsweise in einer Symbiose mit organisiertem Verbrechen oder mit Faschismus. Oder beidem.

Ein deprimierender Befund. Einerseits. Andererseits gibt es Gegenbewegungen. In den USA, wo die Qualitätsblätter sterben, gibt es immerhin noch die beste Journalistenausbildung, und auch wenn der australische Tycoon Rupert Murdoch das Wall Street Journal geentert hat, existiert noch

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