Kommentar

Was Serbiens Politiker von William Blake lernen können

Kosovo

Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Die Ausrufung der kosovarischen Unabhängigkeit verstieß nicht gegen das Völkerrecht. Das verlautbarte der Internationale Gerichtshof in Den Haag am vergangenen Donnerstag mit überraschender Deutlichkeit. Der Kosovo errang damit einen wichtigen Etappensieg auf seiner Tour d’Europe. Wer künftig von einem illegalen Pariastaat spricht, sagt mehr über sich selbst als über den Kosovo.

Außenminister Skender Hyseni hat sein euphorisiertes Land deshalb umgehend verlassen, laut Diplomatenkreisen eine Liste mit 40 Staaten im Gepäck, die er zu einer Anerkennung bewegen will. Denn was sich der Kosovo nun erwartet, ist nicht mehr als die politische Normalität, die ihm gebührt. Bis heute ist der Kleinstaat nirgendwo am Parkett erwünscht, wo internationale Musik spielt, nicht in der Uno, nicht in der Fifa, nicht beim Eurovisions Song Contest.

Aber auch Serbien hat seine diplomatische Maschine angeworfen. Und dies ist der erste von zwei Stolpersteinen auf Kosovos Europa-Tour. Belgrad wollte


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