Am Apparat

Was tun mit Amokläufern in der U-Bahn, Herr Gries?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Besondere Spaßvögel waren vergangene Woche in einer U1-Station unterwegs. Wie die Gratiszeitung Heute berichtete, riefen Unbekannte in der U-Bahn-Station Donauinsel über die Lautsprecheranlage: „Im nächsten Zug befindet sich ein Amokläufer. Rennen Sie davon!“ Glücklicherweise waren zum Zeitpunkt der Durchsage nur wenige Menschen auf dem Bahnsteig, und es kam zu keiner Massenpanik. Der Falter fragte Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien, wie so ein übler Scherz möglich ist.

Wissen Sie schon, wer diese Durchsage gemacht hat?

Nein. Die Polizei ermittelt noch.

Wie leicht ist es, an einen U-Bahn-Lautsprecher zu kommen?

Der Täter hat sich offenbar Zutritt zu einem Bereich verschafft, der Fahrgästen nicht zugänglich ist und von wo aus Lautsprecherdurchsagen möglich sind.

Ein Hinweis, dass dieser Scherzkeks ein Mitarbeiter der Wiener Linien ist?

Nein, das schließen wir aus.

Kann man vom Bahnsteig aus keine Durchsagen machen?

Nein. Das geht nur von abgesperrten Bereichen, entweder von der Stationsaufsicht oder von der Zentrale in Erdberg aus.

Haben sich bei den Wiener Linien Fahrgäste, die durch die Amok-Durchsage erschreckt wurden, gemeldet?

Niemand, es hat auch niemand die Notsprechverbindung, die es auf jedem Bahnsteig gibt, betätigt.

Könnte es sich also auch um eine Zeitungsente handeln?

Das können wir nicht ausschließen, aber wir nehmen diesen Vorfall natürlich sehr ernst, wie auch die Polizei.

Wenn wirklich ein Amokläufer die U-Bahn stürmt, was machen die Wiener Linien dann?

Wir haben sehr detaillierte Notfallspläne für verschiedene Szenarien und auch immer wieder Übungen mit Feuerwehr und Polizei, damit sich die Einsatzkräfte auch im U-Bahn-Bereich auskennen. Diese Pläne diskutieren wir aber nicht öffentlich.

Interview: Nina Horaczek


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