Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Politik | Rosemarie Pilz | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Radio Alice Revisited

Das mediale Italien und seine Gesetzesentwürfe. Aktueller Versuch: Journalisten dürfen künftig keine Ermittlungsunterlagen mehr veröffentlichen – und rufen deshalb zum Streik auf. Warum tun sie es so selten?, wundert sich E. Goffman in „Die zerstreute Avantgarde“ von Klemens Gruber, der der Frage nachgeht, wie sich öffentlicher Protest produzieren lässt. In Zeiten von flashmobs und urban hacking wird auf Verwirrung gesetzt. Das ist nicht neu, blickt man mit Gruber zurück auf das Bologneser Kollektiv A/traverso, die mit Leichtigkeit und Subversion ein „Kommunikatives Delirium“ erarbeiteten, „verstärkt auf Millionen Watt“ im legendären Radio Alice. „Media-Escape“ aus dem Dienste der Macht mittels Dialektik, Spiel und Telefonie. Die Neuauflage des Buches, mit seinen Abbildungen und vergnügten Kommentaren ist bereit für „kollektive Rezeption“.

Klemens Gruber: Die zerstreute Avantgarde. Strategische Kommunikation im Italien der 70er Jahre. 1989, Böhlau, 178 S., € 18,90


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