Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Nathalie Grossschädl | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Brasilianische Hurenmode im Kampf für Prostituiertenrechte

Für ihren Walk am Laufsteg trägt das Model ein weißes, kurzes Kleid, dazu einen Gürtel mit Herzschnalle, Netzstrümpfe und Stilettos – alles in Rot. Sie strahlt. Aus den Lautsprecherboxen ertönt „I Feel Good“ von James Brown, und die Stimmung im Publikum ist ausgelassen. Die aparte Laufstegschönheit modelt für das brasilianische Label Daspu, das vergangenen Mittwoch im Rahmen der Internationalen Aidskonferenz in Wien seine Kollektion zeigte. Die Models am Laufsteg sind Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen aus der ganzen Welt. Daspu, eine Kurzform des portugiesischen „das putas“ – „von Huren“ – kämpft gegen Diskriminierung von Huren und fordert die Anerkennung der Prostitution als Arbeit. Markenzeichen der Kollektion sind T-Shirts mit Sprüchen über Sex – allerdings nur auf Portugiesisch. Zum weltweiten Durchbruch fehlt dem sympathischen Label aus Rio de Janeiro nur noch ein berühmter Gastdesigner. Na, wie sieht’s aus, Herr Lagerfeld?


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