Ich weiß zwar, wo ich hinfahr, dafür ist keiner dort

Feuilleton | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Der Überschwang der Nullerjahre ist Arcade Fire auf ihrem Album „The Suburbs“ verlorengegangen

Musikkritik: Sebastian Fasthuber

You Can’t Go Home Again“, heißt ein posthum veröffentlichter Roman des US-Autors Thomas Wolfe (1900–1938). „Es führt kein Weg zurück.“ Win Butler, der Songschreiber und Kreativmotor von Arcade Fire, hat es trotzdem versucht. Und ist auf höchstem Niveau gescheitert.

„The Suburbs“ heißt das dritte Album der kanadischen Band. Es ist ein ausgewachsenes Konzeptwerk, das in 16 Songs und immer neuen Variationen zurück zu den Orten der Kindheit und Jugend geht. Die Stücke tragen sprechende Namen wie „City With No Children“, „Wasted Hours“, „Modern Man“ oder „Sprawl I (Flatland)“.

„Let’s go for a drive“, leitet Butler einen Song ein, aber statt einem Flecken Heimat findet er nur hochgezogene Neubauten oder verwahrlostes Ödland. Selbst die alten Freunde scheinen ihn nicht mehr zu erkennen. Passend dazu klingt der Gesang nach


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