Arbeit im Traum und Crime-Scene im Kopf

Feuilleton | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Ziemlich lang und ziemlich kompliziert: Christopher Nolans Traumthriller „Inception“ hinterlässt gemischte Gefühle

Filmkritik: Joachim Schätz

In seinem ersten surrealistischen Manifest berichtet André Breton, der Poet Saint-Pol-Roux habe vor dem Schlafengehen stets ein Schild an seiner Tür angebracht: „Der Dichter arbeitet.“ Auch in „Inception“, dem neuen Gedankenspielfilm von Christopher Nolan („Memento“), geht mit den Träumen die Arbeit erst richtig los. Allerdings wird hier im Keller des Bewusstseins nicht – wie einst bei den Surrealisten – nach Treibgut des Widervernünftigen gefischt, sondern nach Ideen mit handfestem Tauschwert: Cobb (Leonardo DiCaprio) ist Anführer einer Gruppe von Industriespionen, die per mentale Standleitung in die Träume Reicher und Mächtiger einbrechen und Ideen stehlen.

Wie sich das für Gaunerfilme gehört, bekommt der Meisterdieb einen besonders kniffligen letzten Coup angeboten. Diesmal soll sein Team nicht eine Idee extrahieren,

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