Geh weg, bleib hier, geh fort zu mir

Feuilleton | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Monika Helfer erzählt von einer Frau, die sich nach einem doppelten Verlust im Leben zurechtzufinden versucht

Buchkritik: Klaus Nüchtern

Das Glück“, so lautet der erste Satz, „kommt nur einmal, höchstens zweimal, und wenn es tatsächlich zweimal kommt, dann vergeht vom einen zum anderen Mal eine ziemlich lange Zeit. Beim Unglück sieht es anders aus.“

In der Tat. Das Unglück kommt für Dr. Josefine Bartok, Psychiaterin am Otto-Wagner-Spital, vulgo „Steinhof“, als Doppelschlag: Auf die Abnahme beider Brüste (Krebs) folgt das Ende der 20 Jahre währenden Ehe – allerdings nicht, weil Thomas sich ein „dummes Ding“ zugelegt hätte (wie eine Kollegin prophezeit), sondern weil er schwul ist. Zu feige, es seiner Frau selbst zu gestehen, hat er das offizielle Coming-out übrigens an Edgar delegiert, mit dem er seit einem Jahr eine Beziehung hat.

Die per Mail angekündigte Kastration („Ich habe mir ein Messer gekauft. Ich komme euch besuchen. (…) Sollst auch etwas weggeschnitten


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