Schwesternkrieg und Nudeln mit Blutsauce

Feuilleton | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Lydia Mischkulnig erzählt das Psychodrama zweier Schwestern aus der Perspektive einer Irrsinnigen

Rezension: Sebastian Fasthuber

Acht Jahre nach „Umarmung“ legt die österreichische Autorin Lydia Mischkulnig (Jg. 1963) einen neuen Roman vor. Dazwischen hat sie einen Erzählband und ein paar kleine Gemeinschaftsarbeiten mit Sabine Scholl publiziert.

Marktkonformes Agieren ist Mischkulnigs Sache offenbar nicht, was aber nicht bedeuten soll, ihre Texte wären von Haus aus schwierig oder für Leser ohne Germanistikabschluss und absolviertes Genderforschungsseminar ungenießbar.

„Schwestern der Angst“ erzählt, teils in Rückblenden, aber letztendlich doch recht linear von A nach B eine fesselnde Geschichte. Zu danken ist dies zunächst der Ich-Erzählerin.

Renate ist, wie schnell klar wird, besessen von ihrer kleinen Halbschwester Marie. Irgendetwas muss zwischen den beiden vorgefallen sein, denn Renate darf sich Marie nur mehr bis auf 30 Meter nähern. Eine Anordnung, der sich Renate des


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