Die vergeudete Vergangenheit Europas

Feuilleton | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Karl-Markus Gauß entdeckt im „Wald der Metropolen“ viele abgestorbene Bäume, die einst prächtig wuchsen

Buchbesprechung: Gerhard Renöckl

Als einen, der sich „nach dem Glanz, dem nächtlichen Lärm, den Aufbrüchen von Wien und Paris gesehnt hatte und der in den Metropolen von den Rändern träumte“, beschreibt Karl-Markus Gauß den slowenischen Dichter Oton ®upancÇicÇ.

Man wird dem Salzburger Autor und Publizisten nicht Unrecht tun, wenn man diesen Satz auch auf ihn selbst bezieht, zumindest aber auf sein neues Buch, „Im Wald der Metropolen“, das von einem ähnlichen Spannungsverhältnis zwischen Zentren und Peripherien geprägt ist.

Zwischen Loire und Bosporus liegen die Schauplätze der darin enthaltenen Texte, die sich gewohnten Kategorisierungen entziehen: Reportagen, historische Exkurse, surreal anmutende Szenen und Autobiografisches sind kunstvoll ineinander verwoben, mit leichter Hand und doch zwingend führt der Autor seine Leser durch eine verblüffende Kulturgeschichte


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