Titten, Tod und Geldanlage

Feuilleton, FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Die Kunsthalle Krems zeigt „Lebenslust & Totentanz“ aus der Olbricht Collection

Ausstellungskritik: Nicole Scheyerer

Als Damien Hirst 2007 einen Totenkopf aus Platin mit über 8500 Diamanten bestückte, erntete er überraschend viele positive Reaktionen für die 74 Millionen Euro teure Skulptur „For the Love of God“. Nicht wenige Kunstkritiker erblickten in dieser das perfekte Emblem einer dekadenten Epoche, einen zynischen Kommentar des endlich wieder bissig gewordenen britischen Künstlers auf seine anlageversessenen Käufer, seien es nun Oligarchen, Hedgefondsmanager oder Konzerne.

Ein Totenschädel von Damien Hirst ist derzeit auch in der Ausstellung „Lebenslust & Totentanz“ in der Kunsthalle Krems zu sehen – allerdings nicht als Skulptur, sondern auf einem Gemälde aus dem Jahre 2005. Der aus Essen stammende Sammler Thomas Olbricht beglückt die niederösterreichische Kunstinstitution mit einer Auswahl aus seiner Kollektion, die der pensionierte Arzt und Wella-Erbe in den

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