Nüchtern betrachtet

Radfahrer sind auch keine besseren Menschen

Feuilleton | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Seit ein holländischer Automobiltourist einem radelnden österreichischen Starmoderator eine geknallt hat, wird das Verhältnis von Rad- und Autofahrern wieder heiß diskutiert. Nachdem ich dieses Thema mit zwei an Erfahrung und Meinungsfreudigkeit nicht ganz armen Freunden bereits am Stammtisch erörtert habe, möchte ich mich auch hier zu Wort melden, sintemal der Obmann der IG Fahrrad vergangene Woche im Falter anmerkte, er betrachte die Aggressionen zwischen besagten Verkehrsteilnehmern „eigentlich als reines Autofahrerproblem“. Ich sehe das ein wenig anders. Spätestens in dem Moment, in dem mir ein Automobilist in die Fresse haut, würde ich von einer erfolgreichen Externalisierung sprechen: Es ist ihm dann doch irgendwie gelungen, sein Problem auch zu meinem zu machen. Nun gut, Interessenvertreter müssen so reden, sie sind schon qua job description notorische Schönfärber: Weil sie


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