Der aufrechte Gang

Stadtleben | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Gehen ist die selbstverständlichste der menschlichen Fortbewegungsarten. Warum gibt man ihr so wenig Raum in der Stadt?

Spaziergang: Sibylle Hamann

Es ist die einfachste Sache der Welt: Man hebt einen Fuß vom Boden und setzt ihn vor den anderen. Man lernt das mit spätestens 15 Monaten und verlernt es auch nicht wieder, solange der Körper mitspielt. Gehen kostet nichts und gefährdet niemanden. Beide Hände bleiben frei, der Kopf ebenfalls, die Bewegung tut dem Körper gut. Energieverbrauch, je nach Tempo: 200 bis 300 Kalorien pro Stunde.

„Homo erectus“ heißt der Mensch, weil er geht; das Gehen hat ihn erst zum Menschen gemacht. Man könnte vermuten, dass dieser normalsten Art der Fortbewegung in der Stadtplanung ein quasi natürlicher Vorrang zukommen müsste. Doch das ist nicht so.

„Erst der fließende, dann der ruhende Verkehr, dann die Radfahrer, der Rest für die Fußgänger“: Diesem Grundgesetz gehorchte bis in die 80er-Jahre jedes Mobilitätskonzept, sagt Sibylla Zech, Raumplanerin


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