Prost!

Süß und bitter zugleich. Limonade muss nicht lieblich schmecken

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Schweppes

Stadtleben | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Der deutsche Uhrmacher Johann Jacob Schweppe hatte Ende des 18. Jahrhunderts eine geniale Idee. Er versetzte Wasser mit Kohlensäure. Der Durchbruch lag aber noch vor ihm. Erst 1851 erhielt er den Zuschlag für die Belieferung der ersten Weltausstellung in London mit kohlensäurehältigen Getränken. Durch den werbewirksamen Aufbau eines Springbrunnens mit dem Sprudelwasser konnte die breite Masse von dem Erfrischungseffekt überzeugt werden. Lieferant der britischen Königsfamilie war er schon längst. Die Flüssigkeit mit dem Bitterstoff Chinin versehen, lag auch das Zusammenbringen von Gin und Tonic nicht weit.

Wer ein Liebhaber von Bitter Lemon, Tonic Water und Co ist, wird wahrscheinlich Russian Wild Berry längst im Regal gesichtet oder auf der Reise in Skandinavien schon vor Jahren getrunken haben. Mit dem blassen Rosa hat die Firma dem Getränk eine harmlose Note verpasst.

Doch koste jemand dieses Getränk! Natürlich eisgekühlt. Ein bitteres Aroma in Kombination mit der rauen Preiselbeere und dem blumigen Hibiscus macht sich im Mund breit. Mal fruchtig, im nächsten Augenblick herb ohne Ende, schlurft die Limonade leichtfüßig den Gaumen hinunter. Es ist die Kombination aus unterschiedlichen Geschmäckern, die hier faszinieren. Und im Nu ist das zweite Glas eingeschenkt. Der Hersteller empfiehlt, die Limonade mit Gin oder Wodka zu mischen, sie kann aber auch für Trendige mit Aperol oder für die Raubeine mit Whisky alkoholisch erweitert werden. MS


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