Frisch der Käse

Stadtleben | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Wenn man alles richtig macht, kann sogar Mozzarella köstlich sein

Gerichtsbericht: Werner Meisinger

Ich schreibe diese Zeilen bei 35 Grad im Weinlaubenschatten, einer Druckverteilung so flach wie Flunder und einer auf 1020 Millibar festgenagelten Barometernadel. Es könnte also noch eine Weile warm bleiben, weshalb ich kurz die Niederungen der Kalten Küche streife.

Kurz, denn viel ist von der ehemals bedeutenden Disziplin des Küchenhandwerks nicht mehr vorhanden. Früher wurden im bürgerlichen Haushalt Sulzen und Gallantinen, Pasteten, Terrinen und gefüllte Gemüse praktiziert, ganz zu schweigen von den Käseigeln, Sandwiches und Schinkenrollen, die auch im studentischen Haushalt gängig waren.

Alles weg. Heute sind 97 Prozent der Kalten Küche Griechischer Salat, Sushi und Mozzarella mit Tomaten. Über Griechischen Salat braucht man wegen der kulinarischen Unerheblichkeit kein Wort zu verlieren. Bei Sushi kenn ich mich nicht aus. Aber für den Mozzarella möchte ich mich gern verwenden.


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