Ins Mark

Ruß und Rauch

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 30/10 vom 28.07.2010

Wer immer schon dagegen war, fand sich bestätigt: Die geplante Umweltzone, die alte Dieselstinker aus Graz verbannen soll, spare nur ganz wenig Feinstaub, koste aber 1500 Jobs, titelte die Steirerkrone. Auf Nachfrage bei den Erstellern der Studie, die die Wirtschaftskammer beauftragt hat, stellt sich aber heraus: Bei der Berechnung der Feinstaubreduktion geht sie von einer alten Variante aus – die Zone, die Land und Stadt inzwischen vereinbart haben, ist drei Mal so groß.

Erfahrungen aus Deutschland, wo schon mehr als 40 Städte wie Berlin und München Umweltzonen haben, zeigen: Die Feinstaubeinsparungen sind meistens zwar nicht riesig, aber doch eindeutig vorhanden. Vor allem aber macht sich der Dieselruß dünne – in Berlin reduzierte er sich um ein Viertel –, und der ist besonders gesundheitsschädlich. Der war aber in der aktuellen Studie gar nicht Thema.

Sukkus in Deutschland: Eine Umweltzone ist umso wirksamer, je größer sie ist und je konsequenter sie umgesetzt wird. Für Graz haben sich Stadt und Land durchaus mutig auf eine Variante geeinigt, die einen Gutteil der Stadt plus südliche Gemeinden inklusive Seiersberg umfasst. Auch ist der Übergang recht zügig geplant.

Sicher ist die Zone aber noch lang nicht, und das liegt an der umständlichen Art, wie hierzulande Politik gemacht wird. Endlich hat der Bund das nötige Immissionsschutzgesetz-Luft beschlossen. Als Nächstes muss das Land eine Verordnung erlassen – aber stopp: Jetzt sind erst einmal Wahlen. Was, wenn der nächste Umweltlandesrat nichts weniger als eine Zone will? Dann war wieder jahrelange Arbeit für den Rundordner.

Gerlinde Pölsler leitet das Ressort Stadtleben im Steiermark-Falter


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